Soziales und politisches Engagement in den Sozialen Medien: Wie funktioniert das?

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MÄR
2015
SHA // 2015
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Soziales und politisches Engagement findet im sozialen Raum statt. Es betrifft und begleitet somit unser aller Leben. Sind soziale Medien und Plattformen ein integraler Teil dieses sozialen Raums? Definitiv.

Weltweit nutzten im Jahr 2013 1,59 Milliarden Menschen soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter.Prognosen offenbaren, dass diese Zahl bis 2018 auf 2,44 Milliarden Menschen ansteigen könnte. In Deutschland konnte Facebook bis Mai 2014 28 Millionen Nutzer vermelden. Das ist mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung Deutschlands (Quelle: Statista).

Nun aber die entscheidende Frage: Wie kann man das Potential sozialer Netzwerke für ehrenamtliches soziales und/oder politisches Engagement nutzen?

Politisches Engagement

Der Echtzeit-Nachrichtendienst Twitter eignet sich insbesondere für die Berichterstattungen vor Ort. Während einer Veranstaltung/Demonstration o.ä. können Interessierte somit am Geschehen teilnehmen, es verfolgen und durch Eingebungen darauf Einfluss nehmen. Die Aktion Rechts gegen Rechts hat im vergangenen Jahr einen unorthodoxen Spendenlauf initiiert, der darauf abzielte, Rechtsradikale auf ihrem Demonstrationslauf als Spender für EXIT Deutschland zu nutzen. Das ganze Prozedere wurde am Tag der Demonstration live über Twitter begleitet und kann als virtuelle Demonstration betrachtet werden. Die Nachberichterstattung lief über das Videoportal YouTube und erreichte 1,5 Millionen Zuschauer.

Das Video gibt es hier: Rechts gegen Rechts

Soziales Engagement

Ursprünglich in einem Trainingslager des FC St. Pauli auf Kuba als Idee entstanden, wurde Viva Con Agua de Sankt Pauli e.V. im Jahre 2006 offiziell gegründet. Der Verein hat sich in den nunmehr neun Jahren seines Bestehens insbesondere für den „menschenwürdigen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung“ eingesetzt und wurde für sein Engagement bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. In enger Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, mit Hilfe von Social Media und Menschen aus den verschiedensten Kulturbetrieben konnte der Verein ein beeindruckendes Netzwerk spannen. So passiert es dann auch schon mal, dass die Rap-Künstler Marteria und Maeckes in Uganda landen um vor Ort mit anzupacken. Über die sozialen Netzwerke werden die neuesten Aktionen bekannt gemacht und Spender und andere Unterstützer hinzu zu gewonnen. Der Youtube-Kanal offeriert derweil knapp 1 Millionen Aufrufe und die Facebook-Seite zählt 48.000 Unterstützer.

Ein Beispielvideo gibt es hier: Viva Con Agua de Sankt Pauli e.V.

Ob nun Facebook, Twitter, Instagram, YouTube o.a. soziale Netzwerke genutzt werden - soziales und politisches Engagement hat durch die sozialen Netzwerke neue Möglichkeiten zur wirksameren Verbreitung gefunden. Der Diskurs mit Interessierten und Unterstützern lässt sich einfacher gestalten. Ideen können sofort weitergeleitet, geteilt und umgesetzt werden. Die Interaktion findet in Echtzeit statt. Ein großer Zugewinn für das soziale und politische Miteinander.