Social-Media-Kommunikation von NGOs - Tipps von Klaus Eck

19
FEB
2015
Klaus Eck

Seit mittlerweile 11 Jahren gibt Klaus Eck in seinem PR-Blogger praktische Tipps für die Social-Media-Kommunikation. Gerade ist sein neuestes Buch „Die Content-Revolution im Unternehmen“ erschienen, das er zusammen mit Doris Eichmeier verfasst hat. Wir haben Gelegenheit genutzt, Klaus Eck einige Fragen rund um Social Media von NGOs zu stellen.

Kleinere Organisationen und Initiativen, die sich ehrenamtlich engagieren, haben häufig sehr viel weniger Ressourcen und auch finanzielle Mittel, um sich in sozialen Medien zu engagieren, als große Unternehmen. Was ist Ihre Empfehlung, wie ein erfolgreiches Social Media-Engagement trotzdem gelingen kann?

Entscheidend für den Erfolg in Social Media ist immer ein strategisches Vorgehen. Wer geringere Ressourcen zur Verfügung hat, sollte bei der Konzeption seiner Aktivitäten auf seine Kreativität und Kooperationen setzen. Es macht dann sicherlich keinen Sinn, vieles schlecht zu machen. Stattdessen sollten sich kleine Organisationen lieber auf ihre jeweiligen Stärken konzentrieren und nur wenige Touchpoints grandios bespielen. Weniger ist manchmal mehr.

Was sind Ihrer Meinung die häufigsten Fehler von NGOs im Umgang mit sozialen Medien?

Sie übertragen alt Bewährtes auf die neuen Kanäle, versuchen ihre Kampagnen fortzuführen und unterschätzen in der Regel den Aufwand für eine fundierte Social Media Kommunikation. Ich sehe noch immer viel zu oft Pushkommunikation oder langweilige Bloggeschichten, die nicht im Interesse der angestrebten Leserschaft sind. Wer gute Geschichten erzählen kann, sollte sich zudem um die Content-Distribution kümmern.

Was ist Ihrer Erfahrung heraus besonders wichtig, wenn man soziale Medien für sich nutzen will? Worüber sollte man sich unbedingt Gedanken machen?

Social Media wird häufig unterschätzt und als billige Lösung betrachtet, die nicht in den herkömmlichen Prozessen integriert wird. Dabei ist eine Social Media Strategie kein einfaches Unterfangen. Wer damit erfolgreich sein will, muss eine digitale Strategie immer auch als Chefsache betrachten.

Gibt es bestimmte Tools oder Werkzeuge, die aus Ihrer Erfahrung heraus hilfreich sein können im Management sozialer Medien? Was sind Ihre Geheimtipps?

Wirkliche Geheimtipps gibt es eigentlich nicht unbedingt. Es kommt immer darauf an, was ich mit Tools erreichen will. Wenn Sie in Ihrer Organisation viele Menschen für Social Media Inhalte begeistern wollen, lohnt sich ein Blick auf Flipboard. Darüber lassen sich Informationen aller Art sehr gut miteinander teilen und sogar kleine Wissensdossiers anlegen.

Im Social Media Management hat sich längst hierzulande Hootsuite etabliert. Darüber lassen sich Tweets und Facebook-Beiträge redaktionell managen.

Was sind für Sie die größten Vorteile bei der Social Media-Nutzung im Vergleich zu den klassischen Werkzeugen der Kommunikation?

Heutige Konsumenten sind smart. Sie wollen nicht mehr durch werbliche Unterbrechungen genervt werden. Sie wollen sich selbstständig gezielt informieren. Über Social Media können Sie Ihren Stakeholdern die Informationen zur Verfügung stellen, die diese bevorzugen. Dabei sind NGOs nicht mehr auf die klassischen Medien als Vermittler angewiesen, sondern können diese direkt erreichen.

Facebook, Twitter, YouTube & Co. verändern sich sehr schnell. Wie halten Sie sich auf dem Laufenden und welche Informationsquellen können Sie NGOs dringend empfehlen?

Meine News beziehe ich direkt über Twitter. Dort folge ich meinen persönlichen Influencern. Diese habe ich im Laufe der Jahre zusammengestellt. Auf diese Weise werde ich stets sehr gut mit den von mir bevorzugten Branchennews versorgt. NGOs sollten sich selbst auf Twitter darüber informieren, welche Ihrer Journalistenkontakte auf Twitter zu finden sind und diesen direkt folgen. Auf diese Weise bekommen Sie über einzelne Medien hinweg in der Regel hochwertige Informationen.

Vielen Dank, Klaus Eck, für dieses informative Gespräch.

Klaus Eck ist Geschäftsführer und Gründer der Eck Consulting Group. Seit mittlerweile mehr als 18 Jahren berät er Firmen bei der Digitalisierung ihrer Unternehmens-, Marketing- und Kommunikationsprozesse. Dazu gehören auch die Optimierung ihrer Online Reputation oder ihres Social-Media-Engagements sowie die strategische Implementierung von Enterprise 2.0.

Seit 2004 betreibt Eck den PR-Blogger und schreibt über die Themen Reputation Management, Social Media Strategie und Online-Kommunikation. Als Jurymitglied ist er aktiv für den Deutschen Preis für Online-Kommunikation und die Pressestelle des Jahres (Bundesverband deutscher Pressesprecher).

Zu seinen Publikationen zählen die Bücher "Corporate Blogs", "Karrierefalle Internet" sowie "Transparent und glaubwürdig".