Gute Projekte müssen wachsen!

10
FEB
2015

Auch für spezielle Themen wie Organisationsentwicklung sind soziale Medien sehr nützlich. Katarina Peranic spricht im Interview mit Dennis Buchmann über Schätze der Zivilgesellschaft, qualitativ hochwertige Facebook-Fans und digitale Skalierung.

Portrait:Katarina Peranic
„Unsere Facebook-Fans sind mit Herz und Seele dabei.“ (Katarina Peranic)

Katarina, bei openTransfer geht es um Wissenstransfersysteme, ihr verbreitet Wissen zum Thema Projekttransfer im Netz - klingt kompliziert, was genau meint ihr damit?

Uns geht es vor allem um das Wissen der Praktiker. Auf Konferenzen reden Theoretiker schon immer viel darüber, wie man Projekte skalieren und in die Breite tragen kann. Aber dieses Wissen erreicht die eigentlichen Projektmacher kaum. Doch gerade diese Projektmacher tragen selbst so viel wertvolles Wissen mit sich herum. Diese Schätze der Zivilgesellschaft wollen wir heben und für andere nutzbar machen.

660 Facebook-Fans sind relativ wenige, auf Twitter seid ihr mit 830 Followern besser vernetzt. Wie erklärst du dir das?

Wir beschäftigen uns ja mit Organisationsentwicklung. Das ist nicht gerade ein unterhaltsames, massentaugliches Thema. Deshalb geht es uns auch nicht um möglichst viele Fans und Follower. Auf Facebook sind es zwar relativ wenige, aber die sind mit Herz und Seele dabei, das sind sozusagen qualitativ sehr hochwertige Fans. Auf Twitter sind eher Fachleute unterwegs, wahrscheinlich erreichen wir dort deshalb mehr Leute. Wenn wir in einer anderen Stadt ein Camp organisieren wollen, ist Twitter auch unerlässlich, um vorab Kontakte zu knüpfen, ein Netzwerk aufzubauen und Diskussionen zu starten.

Ihr habt mit verschiedenen Autoren kollaborativ ein Ratgeber-Buch zusammengestellt - wie habt ihr das gemacht?

Über soziale Medien. Wir haben in einem Twitter-Chat diskutiert und eine Blogparade gestartet, also Blogger aufgefordert, Beiträge zu schreiben. So kamen die Inhalte zusammen, die wir dann zum Ratgeber aufbereitet haben.

Was empfehlt ihr denn bezüglich sozialer Medien, wenn es darum geht, Projekte zu skalieren?

Wir zeigen, wie wertvoll und nützlich soziale Medien sind. Zum Beispiel kann man dort sehr gut ehrenamtliche Helfer gewinnen, seine Marke bekannt machen und andere Leute finden, die ein Projekt auch bei sich umsetzen, also den Projekttransfer umsetzen. Soziale Medien sind da unerlässlich, das zeigt ja auch die Broschüre „Digitalskalieren“ des betterplace lab sehr gut.

Katarina Peranic ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung Bürgermut. Die Stiftung fördert mit ihren Projekten Weltbeweger, openTransfer und dem „Enter Magazin“ den digitalen und realen Erfahrungsaustausch und die Vernetzung von engagierten Bürgern. Die Politikwissenschaftlerin begann schon während des Studiums in verschiedenen Non-Profit-Organisationen mit dem Aufbau von Communities, zunächst off- dann auch online. Nach ihrem Diplom-Abschluss arbeitete sie bei der Stiftung Bürgermut in diesem Feld weiter und baute dort die Weltbeweger-Community auf, zu der mehr als 1.000 bürgerschaftlich initiierte Projekte und deren Macher zählen. Nach einer Zwischenstation in einer Online-Agentur ist sie seit Herbst 2012 wieder in der Stiftung tätig. Neben einer hohen Internet-Affinität begeistert sich Katarina Peranic auch leidenschaftlich für die Themen Barcamp sowie offener Wissens- und Projekttransfer in der Zivilgesellschaft. Twitter @staranov