Für grenzenloses Rollstuhlfahren „Man tut es für andere“

05
DEZ
2014
Portrait: Andi Weiland, Social-Media-Chef bei Wheelmap.org

Andi Weiland, Social-Media-Chef bei Wheelmap.org, über die Markierungs- Community Wheelmap als Vor-Ort-Medium und das Glück seiner selbst im Interview mit Dennis Buchmann, betterplace lab.

“Wenn ich vor einem Restaurant eine tolle Rampe sehe, möchte ich das Rollstuhlfahrern sofort mitteilen." (Andi Weiland)

Andi, ist Wheelmap.org an sich schon ein soziales Medium?

Ja, weil Wheelmap eine Website ist, auf der der wichtigste Content - die Ortsmarkierungen - von den Nutzern kommt. Orte zu markieren ist sehr sozial, denn man tut es, damit andere davon profitieren können. Außerdem gibt es eine Community, die wir über unseren Blog motivieren, Kartierungs-Partys zu veranstalten.

Eure Community ist ziemlich aktiv. Braucht ihr überhaupt noch weitere soziale Medien wie Facebook etc.?

Na klar, die spielen für unsere Arbeit eine wichtige Rolle. Dort können wir noch mehr Menschen unsere Geschichte erzählen. Außerdem ist es kostengünstiger, Neuigkeiten über soziale Medien zu verbreiten, als die klassischen Medien direkt anzuschreiben. Pressemitteilungen und -konferenzen machen viel Arbeit.

Welche Strategie fahrt ihr bezüglich Twitter, Facebook und einem Newsletter?

Facebook und Twitter sind am wichtigsten für tägliche Neuigkeiten, da posten wir mindestens alle zwei Tage. Auf Twitter hören uns aber andere Menschen, da geht es eher technischer zu, wir twittern zum Beispiel viel über Entwicklungen der freien Open-Street-Map-Software. Newsletter schreiben wir unregelmäßig, aber der ist auch wichtig, weil wir dort noch einmal andere Leute erreichen.

Stichwort „mobile“: Wie wichtig ist eure App?

Zwei Handys mit der Wheelmap-App

Sehr wichtig, denn wir sind ja ein Vor-Ort-Medium. Wenn ich vor einem Restaurant stehe und Rollstuhlfahrern mitteilen möchte, wie toll die Rampe hier ist, dann möchte ich das sofort tun. Bis ich wieder zu Hause am Rechner bin, hab ich’s vergessen oder schon wieder andere Dinge zu tun. Entsprechend stark steigen auch die Zahlen der Markierungen und Suchanfragen, die über unsere iPhone- und Android-Apps eingehen. Aber Pflege und Weiterentwicklung der Apps sind auch kostenintensiv.

Viele Initiativen nehmen sich nicht genug Zeit für gute Fotos, aber auf eurer Website und in euren Blogposts geht’s visuell ziemlich professionell zu. Wie macht ihr das?

Da haben wir vor allem Glück mit mir. Ich mache auch privat gerne Fotos und habe eine gute Kamera. Ich nutze gerne ein Lego-Männchen im Rollstuhl als Leitmotiv. Das ist sehr praktisch, weil ich es überallhin mitnehmen kann, um gute Fotos mit Wiedererkennungswert zu machen.