Mit Bewusstsein für die Umwelt

07
APR
2016
Bienen
© by Pixabay C00

Die verschiedenen Umweltkrisen in den letzten Jahrzehnten zeigen uns, dass Umweltschutz nicht nur eine Frage von Konsumverhalten und Mülltrennung ist. Es ist auch eine große politische Angelegenheit. Um die Natur zu schützen, die für uns Menschen so lebenswichtig ist, sind die ökologischen und umweltpolitischen Projekte auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen. Anke Kuss engagiert sich bei den Naturfreunden Berlin und erzählt uns darüber im Interview.

Du engagierst Dich für die Umwelt. Beschreibe Dein Ehrenamt - was für Aufgaben übernimmst Du?

Ich engagiere mich bei den NaturFreunde Berlin e. V.. Die Naturfreund*innen bietet eine Vielzahl von Beteiligungsmöglichkeiten. So gibt es viele Arbeitsgruppen, die sich mit unterschiedlichsten Umwelt-, Freizeit- oder Politikthemen befassen. Ich selbst bin im Arbeitskreis Internationalismus aktiv, in dem wir die Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen im Ausland stärken und weiter ausbauen wollen. Ich hoffe sehr, dieses Jahr noch in Algerien bei den „amis de la nature“ ein Praktikum machen zu können, aus dem hoffentlich ein gemeinsames langfristiges Projekt entsteht.

Ich bin auch aktiv in der Bienengruppe der Naturfreund*innen, da ich selber zusammen mit meinem Vater imkere. Für mich ist es wichtig, dass landwirtschaftliche Produktion nicht komplett aus der Stadt verschwindet. Deshalb wollen wir dieses Jahr einen Raum in Berlin anbieten, den Hobbyimker*innen nutzen können, um ihren Honig zu schleudern und abzufüllen.

Was hat Dich bewogen dieses Engagement aufzunehmen?

Ich war schon immer ein politisch interessierter Mensch und habe mich in unterschiedlichsten Kontexten engagiert. Bei den Naturfreunden hat mich die Mischung aus Freizeit-, Umwelt- und Politikverband fasziniert. Das bietet unglaubliche Möglichkeiten und verbindet meine unterschiedlichen Interessen.

Was war Deine schönste Erfahrung?

Schöne Erfahrungen sind immer die Demos, wo wir mit großen Transparenten zum Beispiel gegen TTIP, Atomkraft oder Nahrungsmittelspekulation mitlaufen. Des Weiteren mag ich sehr gerne die kritischen Stadtspaziergänge und Fotoexkursionen. Dieses Jahr möchte ich gerne eigene Wanderungen in Berlin und Brandenburg anbieten mit dem Schwerpunkt Agrarwende und Nahrungsversorgung der Stadt.

In einem Verein kommen sicherlich viele Menschen zusammen. Wie organisiert ihr Euch?

Das gute an einem Verband ist, dass gute Strukturen schon vorhanden sind und man einfach nur ein bisschen in den unterschiedlichen Gruppen rumschnuppern muss, bis man die geeignete für sich findet. Aber noch besser ist, dass es immer die Möglichkeit gibt, selbst aktiv zu werden und eine eigene AG zu gründen. Auch sind die Naturfreund*innen in vielen Bündnissen, wie den Berliner Energietisch, Schule ohne Militär oder Anti-Atom-Koordination. Ansonsten gibt es die verschiedensten Gremien, die den Verband strukturieren. So hat jede Ortsgruppe Delegierte. Delegierte kommen im Landesauschuss zusammen und treffen zusammen mit dem Vorstand Entscheidungen über die Arbeit der Naturfreunde.

Wie kommuniziert Ihr mit Eurem Umfeld um Unterstützung und Aufmerksamkeit zu bekommen?

Natürlich benutzen wir auch soziale Medien, um auf unsere Angebote und Aktionen aufmerksam zu machen. Ein Naturfreund fotografiert diese begeistert und stellt uns all seine Fotos zur Verfügung. Natürlich äußern wir uns auch zu Themen, in dem wir Pressemitteilungen verschicken.

Für unserer Aktion „Ticketteilen“, in der wir dazu aufrufen, dass Personen mit Umwelttickets mit Buttons auf sich aufmerksam machen, dass sie Personen umsonst in Bussen und Bahnen mitnehmen können, haben wir in Berlin großflächig plakatiert und geflyert.

Was würdest Du anderen raten, die ein ehrenamtliches Engagement suchen?

Wenn man Freunde und Kollegen im eigenen Umfeld anspricht, stößt man auf den einen oder die andere. Erfahrungen und Tipps aus erster Hand sind gut, um eine Idee für ein eigenes Engagement zu entwickeln. Außerdem gibt es im Internet gute Seiten, wo regional Ehrenamtliche gesucht werden.

Das Interview führte Jens Dupski