Nominierte in der Kategorie Soziales Miteinander und ehrenamtliches Engagement

22
JUN
2015
Soziales Engagement
© Mikosch | Thinkstock by Getty Images

Nominierte in der Kategorie Soziales Miteinander und ehrenamtliches Engagement

„Jeder kann ein Superheld sein“

Ehrenamtliches Engagement ist der Klebstoff, der unsere Gesellschaft zusammen hält. Die Beteiligung an gesellschaftlichen Prozessen, anzupacken und gemeinsam zu gestalten, ist ein Kernelement unseres demokratischen Zusammenlebens. Die Möglichkeiten, sich zu engagieren sind so vielseitig wie abwechslungsreich. Viele Umweltschutzprojekte, Kiezinitiativen oder Begegnungsorte für Jugendliche, ältere Menschen oder Obdachlose würde es ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger nicht geben.

Soziales und ehrenamtliches Engagement findet im sozialen Raum statt. Sind soziale Medien und Plattformen ein integraler Teil dieses sozialen Raums? Definitiv. Für die Umsetzung, Koordination und das Begeistern anderer Mitstreiterinnen und Mitstreiter, sind soziale Medien ein schneller und direkter Weg der Kommunikation. In dieser Kategorie sind Menschen und Organisationen für den Smart Hero Award 2015 nominiert, die zum Beispiel die Interessen benachteiligter Personengruppen oder sich für den Umweltschutz stark machen.

Norman Stoffregen ist ein stinknormaler Superheld: „Mars im Saturn, Jupiter im dritten Haus des Merkur, die Sterne standen günstig und schwups war der Tag da, an dem wir nicht mehr nur rumsitzen und uns über Dinge aufregen wollten, die uns nicht passen.“ So wurden die Stinknormale Superhelden gegründet. Die Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich für Themen wie Umweltschutz, Tierschutz, Gerechtigkeit und soziales Miteinander ein. „JEDER kann ein stinknormaler Superheld sein“, lautet das Motto. „Dafür braucht man(n) oder Frau noch nicht einmal ein Kostüm.“ Das kann Norman mit Sicherheit sagen, der sich nun seit über vier Jahren gemeinschaftlich mit seinem Helden-Team aufmacht, Kinder und Erwachsene zum Mitmachen zu begeistern. „Bei vielen geht es allerdings erst einmal darum, den Superhelden wach zu kitzeln aufzuzeigen, dass Umweltschutz, Tierschutz, soziales Engagement Spaß machen kann und mehr ist, als nur eben mal auf „gefällt mir“ zu klicken.

Lesen Sie das ausführliche Interview mit „Stinknormale Superhelden“ hier.


Für Markus Pajonk vom Projekt Essen packt an! ist Spaß an der Sache ebenso ein wichtiger Faktor. Das Gruppengefühl, gemeinsam etwas zu erreichen und anzupacken ist der Motor, der das Projekt am Laufen hält und neue Unterstützerinnen und Unterstützer für die verschiedenen Projekte begeistert. „Es kommt bei vielen von Herzen, aus eigenen Ansporn heraus“, da muss man nicht mehr viel motivieren, erklärt Markus Pajonk.
Doch wie werden die vielen Freiwilligen organisiert? Markus Pakonk erklärt, dass der Aufwand die vielen Freiwilligen zu koordinieren nicht so groß ist. „Dazu haben wir seit neuestem Facebook-Chats mit Freiwilligen, wo diese sich für ein bestimmtes Thema einbringen können bzw. Dinge in kurzzeitiger Absprache oder Diskussion klären können.“ So entstehen bald neue Gruppen wie „grenzenlose Praxis“ und einer Ambulanz für Vierbeiner von Menschen auf der Straße.

Lesen Sie das ausführliche Interview mit „Essen packt an!“ hier.


Andre Piotrowski und sein Team ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer von foodsharing engagieren sich gegen Lebensmittelverschwendung. Auf der Internetplattform foodsharing.de werden Lebensmittel „gerettet“ und weitergegeben, die sonst in der Tonne landen würden. Ohne die sozialen Netzwerke wäre die Organisation und Koordination der vielen Unterstützerinnen und Unterstützer nicht möglich, schildert Andre Piotrowski. Auch wenn in Deutschland viele überschüssige Lebensmittel an die Tafeln gespendet werden, „gibt es dennoch viele Betriebe die ihre Lebensmittel wegwerfen“. In Frankreich verpflichtet seit kurzem eine gesetzliche Regelung Supermärkte nicht verkaufte Lebensmittel an karitative Einrichtungen zu spenden. Eine gute Idee, wie Andre Piotrowski findet, auch wenn die Einschränkung für ausschließlich karitative Einrichtungen zu eng gefasst ist. „Eine gesetzliche Regelung wie in Frankreich oder Wallonien ist aber wünschenswert und auch überfällig für Deutschland.“
Die Betreiber des Mitmachprojekts haben sich zum Ziel gesetzt, sich auf internationaler Ebene zu vernetzen und sich somit auch in anderen Ländern zu etablieren. Dafür wird zurzeit eine App für mobile Geräte entwickelt, um damit „weitere Nutzergruppen zu erreichen und foodsharing noch mehr Menschen zugänglich zu machen.“

Lesen Sie das ausführliche Interview mit „foodsharing“ hier.


Nachhaltigkeit und bewusster Konsum ist ein Thema von Jyoti - Fair Works. Bei diesen Nominierten stehen vor allem die Produktion und faire Arbeitsbedingungen für die Näherinnen in Indien im Vordergrund. Mit ihrer Arbeit erzielt das Team um Caroline Rabe viel positive Resonanz in ihren sozialen Netzwerken. Zu dem Bündnis für Sozial- und Umweltstandards der Textilkonzerne sagt Caroline Rabe: Das zeigt, dass sich „auch große Textilkonzerne bewusster mit ihren Produktionsbedingungen … beschäftigen“. „Fakt ist, dass neben den großen Modemarken wir als Konsumenten den Markt sehr aktiv mitbestimmen.“ Die sozialen Medien sind für Jyoti - Fair Works dabei ein wichtiges Instrument, um über das Thema faire Produktion und Frauenförderung in Indien zu berichten und sich Gehör zu verschaffen. Darüber hinaus helfen sie bei der Kommunikation mit den Partnern in Indien und ermöglichen, den Entstehungsprozess der Kleidung transparent zu machen. „Die sozialen Medien haben es uns erlaubt, die Kunden direkt Teil haben zu lassen.“

Lesen Sie das ausführliche Interview mit „Jyoti - Fair Works“ hier.