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1. PLatz CUCULA - Refugees Company for Crafts and Design

Preisträger in der Kategorie "Bürgerschaftliche und politische Beteiligung"

Screenshot 1. PLatz CUCULA - Refugees Company for Crafts and Design

Cucula - Refugees Company for Crafts and Design ist ein Modellprojekt unter dem Motto „Ankommen und an der eigenen Zukunft bauen”. Als Unternehmen von und für Flüchtlinge, als Bildungsprogramm und Verein möchte Cucula Flüchtlinge dabei unterstützen, sich selbst eine berufliche Zukunft zu bauen. In der eigenen Werkstatt entsteht in Kooperation von Flüchtlingen, Designern und Pädagogen ein lebendiger Produktionsraum, in dem Wissen über Holzverarbeitung, Konstruktion und Planung vermittelt wird und eigene, kreative Ideen entwickelt werden.

Jessy Medernach, Sie haben gerade fast 300 Cucula-Stühle versandt. Welche Herausforderungen mussten Sie meistern, bevor Sie zu diesem erfolgreichen Punkt gekommen sind?

Im Herbst 2014 haben wir unsere Möbel im Rahmen einer Crowdfunding-Aktion zum ersten Mal im großen Stil angeboten. Unser Ziel war es, über Verkauf und Spenden 70.000 € einzuwerben – die Summe, um fünf Flüchtlingsmitarbeiter ein Jahr einzustellen. Wir haben dieses Ziel erreicht und darüber hinaus das Startbudget für den Betrieb. Unter den Einnahmen waren 330 Möbelbestellungen – eine große Herausforderung für die junge Firma. Wir freuen uns sehr, dass in den vergangenen Wochen über zwei Drittel der Möbel an ihre Besitzer verschickt wurden. Neben den logistischen und infrastrukturellen Herausforderungen, vor denen wir nach Abschluss der Kampagne standen, war die wohl größte Herausforderung, die Öffentlichkeit während der Kampagne am Ball zu behalten. Das war fast wie ein Orchester, das man dirigieren musste – da ein bisschen Presse, da Updates auf Startnext und Facebook, da einen Botschafter sprechen lassen.

Welche Rolle haben dabei soziale Netzwerke gespielt?

Neben den Pressebeiträgen wurde über die Social Media Strategie die nötige Aufmerksamkeit erlangt, um das Projekt wirksam in die Öffentlichkeit zu transportieren und letztlich zu dem wahnsinnigen Erfolg zu gelangen. Über unsere sozialen Medien erreichen wir einen breiten Unterstützerkreis – Menschen, die sich mit uns austauschen, die Idee verbreiten und nicht zuletzt, sich für eine gerechtere Flüchtlingspolitik einsetzen, indem sie z. B. die Kampagne unterstützt haben. Dies sehen wir als einen demokratischen Prozess, indem das Publikum die Möglichkeit bekommt, sich direkt zu beteiligen.

Durch unsere Medienpräsenz gab es über Berlin hinaus sehr viel positive Resonanz zu unserem Projekt, sowohl von Privatpersonen, wie auch Organisationen, Institutionen und wichtigen Persönlichkeiten. Es kommen aber auch ständig Anfragen von Menschen, die selber Initiativen in anderen Bundesländern gründen möchten. Dort wollen wir mit unserer Arbeit anknüpfen, neue Projekte unterstützen und wichtige Kontakte aufbauen.

Welche Ziele hat sich Cucula für die Zukunft gestellt?

CUCULA hat sich zum Ziel gesetzt, individuelle Perspektiven für Geflüchtete durch Bildung, Gestaltung und Integration zu eröffnen. Bei den derzeitigen Teilnehmern hängt gerade vieles vom Aufenthaltsstatus ab – im Februar haben wir Aufenthaltsanträge gestellt mit dem über Crowdfunding erwirtschafteten Geld als Lebenskostendeckungsgarantie.

CUCULA möchte das Bild von Flüchtlingen in der Öffentlichkeit ändern, Menschen mit Fluchtgeschichte aus der passiven Rolle als “Opfer” befreien und ihnen eine Bühne geben, um ihre Talente und Fähigkeiten zu zeigen, über ihre Situation zu berichten und ihre individuellen Geschichten zu erzählen. Als Modellprojekt wollen wir auch Wege ebnen und andere dazu “anstiften”, ähnliche Projekte auf die Beine zu stellen oder Geflüchtete in Betriebe aufzunehmen, um den Effekt zu vervielfachen. Dazu werden wir weiterhin intensiv Öffentlichkeitsarbeit betreiben.

In unserer Lernwerkstatt wollen wir gemeinsam weitere, spannende Produkte entwickeln, die Geschichten erzählen – so wie unser “Botschafter”-Stuhl mit integrierten Planken von Flüchtlingsschiffen. Genauso finden wir es sehr spannend, Kontakte in die Heimatländer der Geflüchteten aufzubauen. Nach der ersten Phase ist das Projekt natürlich skalierbar und auch in andere Bereiche transferierbar – dies können wir uns nach der Sicherung des Betriebes sehr gut vorstellen.




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