Wer braucht Feminismus?

Nominiert in der Kategorie "Bürgerschaftliche und politische Beteiligung"

Screenshot Wer braucht Feminismus?

Die Frage, Wer braucht Feminismus? steht im Mittelpunkt der Mobilisierungskampagne, die Menschen dazu animiert, sich konstruktiv mit dem Thema Feminismus zu beschäftigen und geschlechtsbezogene Diskriminierung auf allen Ebenen der Gesellschaft sichtbar zu machen. Wichtig ist den Initiatorinnen, dass negative Assoziationen und Klischees mit dem Wort Feminismus abgebaut werden und Aspekte der Gleichberechtigung und Gleichstellung aller Geschlechter in den Vordergrund zu rücken.

Jasmin Mittag, auf den vielen Social Media Plattformen, die Sie für Ihre Kampagne verwenden findet ein reger Austausch statt. Können Sie ein Resümee ziehen, was die Kampagne bis jetzt erreicht hat?

Mittlerweile folgen uns auf den verschiedenen Plattformen insgesamt über 7500 Menschen. Viele von ihnen diskutieren dort rege untereinander oder haben sich bereits mit ihrem persönlichen „Ich brauche Feminismus, weil.“-Argument an der Kampagne beteiligt. Mehr als 1300 Statements haben wir inzwischen gesammelt. Die meisten wurden online eingereicht. Das heißt unsere Anhängerinnen und Anhänger sind sehr aktiv. Dabei wirken jede und jeder einzelne als Multiplikatorin bzw. Mulitplikator und ist ein Vorbild für das eigene persönliche Umfeld.

Zudem sammeln wir auch Pro-Feminismus-Argumente von in der Öffentlichkeit Engagierten, Menschen aus Organisationen, aus der Politik oder Unterhaltung, die durch ihre Position einen großen Wirkungskreis haben. So tragen wir mit unserer Mobilisierungskampagne „Wer braucht Feminismus?“ vor allem dazu bei Feminismus in seiner Vielfalt abzubilden, Menschen in ihrem Engagement zu bestärken, zu Diskussionen anzuregen und Meinungen zu schärfen.

Wie organisiert ihr euch? Es bedarf doch sicher einiger personeller Ressourcen, um die vielen Social Media Kanäle zu betreuen.

Zeitweise teilen wir uns die Betreuung der Kanäle und haben hierfür Richtlinien erarbeitet. Momentan betreue ich sämtliche Online-Auftritte der Kampagne aber alle selber. Das ist ein ziemlich großer Zeitaufwand im Rahmen von 5-10 Stunden in der Woche. Dazu kommen oft weitere ehrenamtliche Aktivitäten für die Kampagne, so dass ich recht viel damit beschäftigt bin, die „Wer braucht Feminismus?“ mit Leben zu füllen und voranzutreiben.

Welche aktuellen Projekte stehen in naher Zukunft an?

Seit letztem Jahr gibt es eine Wanderausstellung zur “Wer braucht Feminismus?”-Kampagne, die in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung durchgeführt wird. Sie ist gerade in Magdeburg und ist dieses Jahr noch in Jena, Dresden und Berlin zu sehen.

Zudem haben wir immer wieder Aktionsstände, wo wir Statements sammeln, die wir dann online verbreiten. Und wir organisieren regelmäßig Veranstaltungen wie Feministische Frühstücke, Vorträge und Diskussionsrunden mit verschiedenen feministischen Themenschwerpunkten. Uns geht es also auch immer wieder darum, Menschen außerhalb des Internets zu erreichen.

Ideen für weitere Projekte im Rahmen von “Wer braucht Feminismus?” gibt es mehr als genug: Langfristig würden wir z.B. gerne eine Plakatkampagne realisieren und eine Publikation herausbringen. Eine spannende Herausforderung wäre auch ein Video-Kanal zu starten.



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